Kind ständig krank: ist das wirklich normal?

Ich sitze auf der Bank am Rand des Spielplatzes, schaue meinem Kind beim Klettern zu und freue mich, wie fit es ist. Zum Glück ist unser Junge nur selten krank. Im Winter mal drei Tage leichten Schnupfen und 1-2 Mal im Jahr leicht erhöhte Temperatur. Das war es auch schon.
Gleichzeitig höre ich von den Müttern um mich herum immer wieder dieselben Geschichten. Husten, der seit Wochen nicht verschwindet. Nasen, die wie Dauerquellen laufen. Fieber, das kaum Verschnaufpausen lässt. Viele Familien stecken in einem Rhythmus aus Infekten fest, der sich nicht mehr wie eine Phase, sondern wie ein Dauerzustand anfühlt. Die Frage, die alle umtreibt, liegt schwer in der Luft: Kann das noch normal sein?
Das Immunsystem von Kindern
Ein kindlicher Körper arbeitet wie ein neugieriger Schüler. Das Immunsystem lernt, analysiert, probiert aus. Es reagiert auf Keime, baut Strategien auf und verbessert sie. Ein Teil dieses Prozesses bleibt unbemerkt. Ein anderer äußert sich in Fieber oder Schnupfen. Solche Infekte gehören zum Leben eines Kindes.
Stressig wird es, wenn die Erholungsphasen fehlen. Wenn Infekte ineinander übergehen, als hätte jemand die Pausentaste gelöscht. Fachleute sprechen ab etwa acht Infekten im Jahr von Infektanfälligkeit. Mindestens zehn Prozent aller Kinder sollen davon betroffen sein. Eine genetische Immunschwäche ist dabei aber selten. Der Alltag hat in den meisten Fällen mehr Einfluss als die Gene.
Warum so viele Kinder heute anfälliger sind
Es ist natürlich schwer zu sagen, warum Kinder heute anfälliger zu sein scheinen. Je genauer man hinschaut, desto deutlicher wird aber, wie viele Belastungen oft gleichzeitig wirken: starke Zuckerlast in der Ernährung, zu viel Bildschirmzeit schon ab Kleinkindalter, schlechter Schlaf, Bewegungsmangel, Weichmacher und fragwürdige Wasch- und Putzmittel, Tabakrauch im Umfeld, Innenraumbelastungen wie versteckter Schimmel in Wänden oder auch familiärer Stress. Diese Liste lässt sich leider problemlos fortführen.
Und ja: Auch die Themen Impfungen und mögliche Impfnebenwirkungen gehören in die Betrachtung, um die Infektanfälligkeit eines Kindes realistisch einzuschätzen. Ich möchte keine Impfdebatte auslösen, aber es ist wichtig, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich weiß aus eigener, sehr schmerzhafter Erfahrung, dass Impfungen keineswegs so harmlos sind, wie Kinderärzte uns glauben machen wollen.
Stillen als unterschätzte Schutzkraft
Stillen bleibt eines der stärksten natürlichen Schutzsysteme, die ein Kind bekommen kann. Muttermilch enthält Antikörper, Immunzellen, entzündungshemmende Komponenten und Stoffe, die den Darm aufbauen. Die WHO empfiehlt, mindestens zwei Jahre zu stillen. Sogenanntes Langzeitstillen sorgt in westlichen Ländern oft für Irritationen, obwohl es biologisch normal und gesundheitlich vorteilhaft ist.
Ich höre oft, dass künstliche Säuglingsnahrung „genauso gut“ sei. Das ist ein Irrtum. Fertigmilch kann Muttermilch nicht ersetzen, weil sie nicht lebendig ist und keine Immunzellen enthält. Viele Mütter wissen das nicht. Aufklärung fehlt an den entscheidenden Stellen. Jede Mutter hat das Recht, selbst zu entscheiden, ob und wie lange sie stillen möchte. Diese Entscheidung sollte aber informiert getroffen werden. Niemand sollte sich dafür rechtfertigen, nicht zu stillen. Aber jede Frau sollte wissen, wie einzigartig Muttermilch funktioniert, bevor sie sich festlegt.
Vorteile gibt es viele, darunter: weniger Infekte, geringere Allergierisiken, weniger Mittelohrentzündungen, stärkere Darmflora, bessere emotionale Regulation – jede Menge gesundheitliche Vorteile für das Kind UND die Mutter. Und diese gesundheitlichen Vorteile greifen nicht nur während der Stillzeit, sondern auch danach. Kinder, die mindestens ein Jahr gestillt wurden, haben statistisch ein geringeres Risiko für verschiedene gesundheitliche Probleme als Kinder, die nicht oder nur kurz gestillt wurden.
Was Familien konkret tun können
Ein gesunder Körper braucht die richtige Versorgung. Omega-3, Magnesium und viele Vitamine fehlen heute nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen. Ergänzungen sind fast immer notwendig, weil Ernährung und moderne Anbaubedingungen diese Lücken kaum schließen. Ein Bluttest hilft, die passende Dosierung zu bestimmen.
Weitere kleine Veränderungen im Alltag helfen dem Immunsystem enorm:
- frische Lebensmittel statt industrieller Produkte
- wenig Zucker zu sich nehmen
- tägliche Bewegung draußen
- ein Schlafrhythmus, der dem Körper echte Erholung gibt
- Antibiotika unbedingt vermeiden wenn möglich
Wusstest du, dass einige Pflanzen und natürliche Stoffe antibakterielle Eigenschaften haben? Knoblauch mit seinem Wirkstoff Allicin, Manuka-Honig, Thymian oder auch Oregano-Öl können den Körper bei leichten Infekten unterstützen. Sie ersetzen kein Antibiotikum, wenn eine ernsthafte, bedrohliche bakterielle Erkrankung vorliegt, können jedoch, frühzeitig angewendet, dazu beitragen, dass Beschwerden gar nicht erst so stark werden und eine antibiotische Behandlung sogar vermieden werden kann.
Ein weiterer Punkt, der im Alltag oft unterschätzt wird: überall verstecken sich risikoreiche E-Stoffe und unerwünschte Zusätze. Und wir begegnen diesen problematischen Zusatzstoffen nicht nur im Essen, sondern auch in Kosmetik, Cremes, Sonnenschutz, Shampoos und Haushaltsprodukten. Manche dieser E-Stoffe stehen im Verdacht, krebserregend zu sein, hormonelle Prozesse zu beeinflussen oder genetische Veränderungen auszulösen. Sie gehören weder auf die Haut noch in den Körper. Die super praktische und zudem kostenlose App Yuka hilft, solche Inhaltsstoffe sichtbar zu machen und problematische Produkte zu meiden. Leider stecken in unzähligen Produkten risikoreiche E-Stoffe und es wird immer schwieriger ihnen aus dem Weg zu gehen.
Die Hausapotheke aufwerten
Es lohnt sich, die Hausapotheke bewusst zu gestalten, statt sich ausschließlich auf klassische Medikamente zu verlassen. Die Natur ist voll von Medizin, die nicht nur hervorragend hilft, sondern auch nebenwirkungsfrei ist. Es lohnt sich immer nach Alternativen zu klassischen Medikamenten der Pharmaindustrie zu schauen. Bewährt haben sich für unsere Familie zum Beispiel:
- Aloe-Vera-Gel für Hautirritationen, Sonnenbrand oder kleine Kratzer
- Manuka-Honig bei Halsweh oder zur Unterstützung der Schleimhäute oder des Darms (Vorsicht: Babys dürfen keinen Honig essen)
- SOS-Creme von Farfalla pflegt raue Stellen und beruhigt Haut bei kleinen Beschwerden
- Kamillen- oder Ringelblumensalbe für entzündliche Hautstellen oder kleine Wunden
- Heilerde für Bauchweh, Durchfall, für Wickel oder für eine Detox-Kur
- Propolis zur Unterstützung des Immunsystems (kann Allergien auslösen, bitte vorsichtig sein)
Die Macht des Vorbilds
Kinder orientieren sich an unserem Verhalten. Gesundheit entsteht zudem nicht aus einer einzigen Entscheidung, sondern aus deinem Lebensstil, der einen gesunden Körper fördert. Es ist also wichtig, dass wir mit gutem Beispiel vorangehen und genauso auf unsere Ernährung, auf ausreichend Bewegung, wenig Giftstoffe etc. achten wie wir es uns von unseren Kindern wünschen.

