Hast Du auch ein Schmuckstück aus Muttermilch?

Vor sechs Jahren habe ich auf diesem Blog zum ersten Mal über Muttermilchschmuck geschrieben. Damals war ich noch mitten in der Stillzeit. Frisch verliebt in diese besondere Verbindung zu meinem Sohn und gleichzeitig noch ganz nah an den Tränen, Schmerzen und Unsicherheiten der ersten Wochen. Heute denke ich zurück und greife gedankenversunken nach meiner Kette, in der ein Tropfen meiner Muttermilch eingeschlossen ist. Wie schnell die Zeit vergeht!
Als ich zum ersten Mal von Muttermilchschmuck hörte, war ich noch gar keine Mutter und habe verständnislos mit dem Kopf geschüttelt. Verarbeitete Milch als Schmuck? Das klang für mich seltsam. Ich dachte damals noch, Stillen sei im Wesentlichen eine Ernährungsfrage. Wie hätte ich es auch besser wissen können, wird doch bis heute viel zu wenig darüber geredet, welch ein Wunder das Stillen ist und dass es so viel mehr ist als reine Nahrungsaufnahme! Und ich hatte wirklich keinen leichten Start beim Stillen! Wunde Brustwarzen, entsetzliche Schmerzen, schlechte Beratung und Verzweiflung standen zu Beginn und es hat viele Wochen gedauert bis das Stillen etwas Schönes und Natürliches wurde..
Doch am Ende dieser schweren Wochen wartete etwas, das ich so nicht erwartet hatte: eine Innigkeit zwischen mir und meinem Kind, die ich bis heute nicht ganz in Worte fassen kann. Diese stillen Momente, in denen die ganze Welt um uns herum zu verschwinden schien, in denen nichts zählte außer diesem kleinen Wesen an meiner Brust. Dieses einzigartige Gefühl… Ich weiß, das klingt kitschig. Aber wer es selbst erlebt hat, weiß genau, wovon ich spreche.
Eine Erinnerung, die man tragen kann
Meine Kette und meine Ohrringe aus Muttermilch gehören heute zu meinen liebsten Schmuckstücken. Nicht weil sie besonders teuer waren, sondern weil sie etwas in sich tragen, das kein anderes Schmuckstück jemals haben wird: ein Stück dieser Zeit. Und ich gestehe ganz offen, dass ich manchmal, wenn ich die Kette in den Händen halte, kurz in eine sanfte Melancholie verfalle und an dieses kleine Bündel Baby denke, das mein Sohn damals war. Es war eine so außergewöhnliche Phase in meinem Leben, eine so intensive Zeit. Das Stillen war einfach so viel mehr als ich je erwartet hatte. Es war ein echtes Wunder.
Muttermilchschmuck heute
Es ist beeindruckend, wie sehr der Markt für Muttermilchschmuck in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Als ich vor sechs Jahren meinen ersten Artikel darüber schrieb, war es noch nicht ganz einfach, einen guten Anbieter zu finden. Wer auf Gran Canaria lebt wie ich, hatte ohnehin eine besondere Herausforderung, denn Muttermilch lässt sich nicht ohne Weiteres 4.000 Kilometer auf die Reise schicken.
Heute ist es viel einfacher geworden, schönen Muttermilchschmuck anfertigen zu lassen. Eine Möglichkeit ist Mama Jewels, ein Unternehmen aus den Niederlanden, das als kleine Goldschmiedwerkstatt begann und inzwischen zu einem der bekanntesten Anbieter für Muttermilchschmuck in Europa gewachsen ist. Diese Erfolgsgeschichte sagt viel. Sie zeigt nämlich, dass ich mit meiner Begeisterung für diese besondere Zeit und dem Wunsch, sie festzuhalten, ganz und gar nicht alleine bin. Tausende von Müttern in ganz Europa empfinden die Stillzeit offenbar genauso wie ich: als etwas Einzigartiges, als ein kleines Wunder, das man nicht einfach vergehen lassen möchte.
Für alle, die noch stillen
Wenn Du Dich gerade mitten in der Stillzeit befindest oder gerade abgestillt hast und mit dem Gedanken spielst, Dir einen solchen Schmuck anfertigen zu lassen: friere unbedingt Milch ein! Dann kannst Du Dir in Ruhe überlegen, ob Du gerne so ein Schmuckstück hättest und Dir auch später noch eines anfertigen lassen. Die Anbieter für Muttermilchschmuck erklären auf ihrer Website ganz genau, wie die Milch aufbewahrt und eingeschickt werden soll. Es funktioniert mit frischer und auch mit eingefrorener Milch.
Ich bin auf jeden Fall sehr froh darüber, dass ich meine Muttermilch-Schmuckstücke habe! Manche Erinnerungen verblassen mit der Zeit. Diese trägt man für immer bei sich.

